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HBK-Masterstudiengang Transformation Design - Projekt der Zukunftsforschung "Chocotopia 2036"

01.05.2017


vergrößern Projekt der Zukunftsforschung: "Chocotopia 2036" - Übersichtskarte


Das Institut für Transformation Design (ITD) der HBK Braunschweig verfügt über eine umfangreiche Toolbox von Methoden, welche jeweils projektspezifisch zu maßgeschneiderten Forschungs- und Dienstleistungspaketen geschnürt werden können.

Der Masterstudiengang Transformation Design der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig befasste sich dementsprechend drei Monate lang mit sechs Studierenden im SS 2016 mit einem Projekt der Zukunftsforschung: "Chocotopia 2036". Dr. Saskia Hebert, Vertreterin der Professur Transportationdesign und Prof. Dr. Wolfgang Jonas, Designwissenchaft, im Institut für Transformation Design (ITD) der HBK leiteten das Projekt.

Systematisch wurde das komplexe Feld mit seinen Trends, Treibern und  Wechselbeziehungen analysiert. Mit Hilfe von Szenarioansätzen in mehreren Workshops wurden drei unterschiedliche positive Szenarien für das Jahr 2036 entwickelt:
Choconservation Companies: Die grossen Konzerne wandeln sich
Chocommunities: Neue Communities im Norden wie im Süden handeln miteinander,
Choconnections: Es gibt direkte Beziehungen zwischen Produzenten und Konsumenten.

Das Projekt wurde 2016 in der Evangelischen Akademie Abt Jerusalem in Braunschweig, bei der auch die stellvertretende kolumbianische Botschafterin anwesend war, vorgestellt.

Der Film "Chocolate de Paz":
von Gwen Burnyeat und Pablo Mejía Trujillo beleuchtet die Hintergründe zu diesem Thema und beschreibt das selbstverwaltete Gemeinschaftsprojekt "Insel der Zivilität" in Kolumbien, das die Zusammenarbeit mit bewaffneten Akteuren des nationalen Konflikts ablehnt.
Filmvorführung und Diskussion: (span. mit dt. Untertiteln)
Di, 13. Juni 2017, 19 Uhr
Lernort Kulturkapelle, Georg-Wilhelm-Straße 162, 21107 Hamburg
info@lernort-kulturkapelle.de
Weitere Informationen


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Projektbeschreibung

 

Das Projekt "Cacao de Paz" (dt.: Friedenskakao) widmet sich der Suche nach Möglichkeiten zum Aufbau nachhaltiger Anbau- und Handelsstrukturen in der Kakaobranche auf ökologischer, ökonomischer und sozialer Ebene.
Die in diesem Rahmen entstandene utopische Erzählung "Chocotopia 2036" präsentiert Lösungsvorschläge unter Berücksichtigung der Bedürfnisse, Lebens- und Arbeitsbedingungen aller Beteiligten der Wertschöpfungskette. Den Kern der Erzählung bilden außerdem Darstellungen zukunftsfähiger Anbau-, Transport- und Konsumformen:

Im Jahr 2016 decken insgesamt 5,5 Millionen Kakaobauern und Kakaobäuerinnen den weltweiten Bedarf an Rohkakao. Die größtenteils im globalen Norden konsumierten Kakaoprodukte werden im globalen Süden produziert. Die momentane Situation des Großteils der Kakaobauern und Kakaobäuerinnen und deren Familien ist geprägt von unfairer Bezahlung, unwürdigen Arbeitsbedingungen, Ernährungsunsicherheit, mangelnder Gesundheitsversorgung und fehlenden Bildungsmöglichkeiten. Ertragreiche Kakaoernten werden auf Monokulturen durch den übermäßigen Einsatz von Düngern und Pestiziden ermöglicht, der Transport basiert weitestgehend auf fossilen Energieträgern und herkömmliche unreflektierte Konsumformen sind somit ressourcenintensiv.

Mit Blick auf diese Gegebenheiten entstand in Zusammenarbeit mit dem Agrarwissenschaftler Dr. Uwe Meier ein gemeinsames Projekt. Dr. Meier beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Fragen der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit und war unter anderem für die Umweltschutzorganisation Rainforest Alliance tätig, die er bei der Festlegung der Standards für ihr Umweltsiegel unterstützte. Doch von dieser Vorgehensweise ist er nicht mehr überzeugt und sucht im Sinne des Friedenskakaos nach ganzheitlich nachhaltigen Kakaoanbau und -handelsmethoden. Er hält ein System das auf gegenseitigem Vertrauen - und nicht auf Kontrolle und grundsätzlichem Misstrauen - basiert für sinnvoller und nachhaltiger.

Nach eingehender Recherche, Analyse und dem Ermitteln von Trends und innovativen Strategien, wurden eigene Konzepte und Visionen für einen alternativen Kakaoanbau und -handel erarbeitet. Transformation Designer wollen zum Umdenken anregen und Handlungsspielräume aufzeigen. Die Szenariomethode bietet hierbei eine effektive Möglichkeit, das Publikum in einen anderen Referenzrahmen zu versetzen und gedankliche Barrieren zu durchbrechen. So entwickelten sie das Zukunftsszenario "Chocotopia 2036" in Form eines utopischen Zustandsberichts, der den Leser auf eine Reise mitnimmt, die die Welt des Kakaos von morgen erlebbar macht.

Die Storytelling-Methode ermöglicht auf diese Weise einen Zugang zu potentiellen Zukünften und gibt Anstöße, wie diese erreicht werden könnten. Eine erhöhte Identifikation mit dem Thema und der Bezug zur eigenen Lebensrealität wird dabei durch das Einbinden realer Ereignisse, Institutionen oder Personen hergestellt. Bereits existierende Lösungsansätze (wie solidarische Landwirtschaft, soziale Netzwerke, Genossenschaften) werden aufgegriffen, kombiniert und weiterentwickelt, erleichtern die Vorstellbarkeit des Gelesenen und motivieren so zur Umsetzung. Wichtig ist dabei außerdem eine Skalierbarkeit sowie Übertragbarkeit auf andere Handelsbereiche, die mit ähnlichen Problematiken konfrontiert sind.

Weitere Informationen:
Blog Cacao de Paz
Kreativpioniere Niedersachsen
Facebook


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Die HBK-Absolventen Kristof von Anshelm-Möller, Sina Pardylla, Marie Christall sowie Sarah Zerwas aus dem ITD erhielten am 13. September 2016 die Auszeichnung als "Kreativpioniere" vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr für das Projekt "Cacao de Paz", das ein Teilaspekt des Gesamtprojektes ausmacht.

Presse:
Braunschweig-Spiegel
Braunschweiger Anzeiger
chocolatedepaz

Zuletzt bearbeitet von Kommunikation und Medien, Brigitte Kosch

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