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Margaux Jeanne Erdmann ist die neue Gleichstellungsbeauftragte der HBK Braunschweig

06.06.2019

Margaux Jeanne Erdmann ist am 30. Januar 2019 vom Senat zur neuen Gleichstellungsbeauftragte der HBK Braunschweig gewählt worden. Sie berät in allen Fragen zu Gleichberechtigung, Frauenförderung, Antidiskriminierung, sexualisierter Gewalt, Professionalisierung in Gender- und Diversitätsfragen als auch zu Vereinbarkeit von Familie und Studium/Beruf.

Welche Aufgaben Sie darüber hinaus als Gleichstellungsbeauftragte wahrnimmt und was Ihr in Ihrem Job besonders wichtig ist, hat Sie uns in einem Interview erzählt.

Die Gleichstellungsbeauftragte der HBK Braunschweig Margaux Jeanne Erdmann, Foto: privat

Die Gleichstellungsbeauftragte der HBK Braunschweig Margaux Jeanne Erdmann, Foto: privat



Wie sah Ihr bisheriger Werdegang aus?

Ursprünglich habe ich Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie mit dem Schwerpunkt Gender und Migration Studies in Deutschland und Italien studiert. Bereits während und nach dem Studium habe ich im Kulturmanagement gearbeitet und war schließlich in Braunschweig zunächst als Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache beschäftigt. Da meine Herzens- und Kompetenzthemen die Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsarbeit sind und ich für Bildende Künste und Literatur brenne, freue ich mich sehr jetzt als Gleichstellungsbeauftragte an einer Kunsthochschule zu arbeiten.

 

Was genau ist Ihre Aufgabe an der HBK Braunschweig und wie gestaltet sich Ihre Arbeit in Ihrer jetzigen Position?

Als Gleichstellungsbeauftragte habe ich die Aufgabe, die Gleichberechtigung und Gleichstellung der Geschlechter an der Hochschule in allen Bereichen des Hochschullebens mitvoranzutreiben. Um dies zu erreichen begleite ich zum einen Stellenbesetzungs- und Berufungsverfahren. Zum anderen erarbeite ich mit der Hochschule den Gleichstellungsplan. Außerdem biete ich Erst- und Verweisberatung für alle Hochschulangehörigen bei Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen an. Gleichstellungsarbeit verstehe ich intersektional-feministisch und als eine Arbeit, die immer im Dialog stattfinden muss.

 

Warum ist Gleichstellung so wichtig?

Gleichstellung und Gleichberechtigung sind Stützen unserer demokratischen Gesellschaft. Ohne Gleichstellung keine Demokratie. Von Chancengleichheit und Gleichberechtigung profitieren wir alle unabhängig vom Geschlecht.

 

Wo gibt es den größten Handlungsbedarf?

Das erarbeite ich zurzeit in Gesprächen mit der Hochschulleitung, Lehrenden, Studierenden, künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeitenden und Mitarbeitenden der Technik und Verwaltung im Dialog. In diesen Gesprächen hat sich herauskristallisiert, dass es an der HBK schon allerhand Angebote und Maßnahmen zur Gleichstellung gibt. Die Herausforderung wird sein, bereits Erreichtes weiterzuführen und Bedarfslücken zu schließen. Dabei konzentriere ich mich in diesem Semester zunächst auf die Begleitung der Stellenbesetzungs- und Berufungsverfahren, das Handlungsfeld familiengerechte Hochschule, die Erstellung von Richtlinien zu Antidiskriminierung sowie zum Umgang mit sexualisierter Gewalt und die Schaffung von Beratungsangeboten.

 

Wenn Sie sich für Ihre Arbeit für die kommenden Jahre etwas wünschen dürften, was wäre das?

In meinen ersten zwei Monaten an der HBK durfte ich erleben, dass viele Kolleg*innen und Studierende mir sehr interessiert Fragen zu Gleichstellung und Gendergerechtigkeit gestellt haben. Und das finde ich toll! Ich wünsche mir und arbeite auch daran, dass es weiterhin so bleibt und noch mehr Hemmschwellen, sich mit Gender- und Diversitätsgerechtigkeit auseinanderzusetzen, abgebaut werden. Konflikte sollten dabei nicht nur als zu bewältigende Herausforderung, sondern als Chance des sich Austauschens betrachtet und erlebt werden. Fehler sollten wir als Ergebnisse in Neuerungen einarbeiten, statt sie unsichtbar zu machen oder gar zu tabuisieren. Stattdessen können wir diese Fehler und Missstände im Dialog aufdecken und uns an neuen Möglichkeiten erfreuen.

 

Was kann jede*r Einzelne von uns für mehr Gleichbehandlung tun?

Respektvoller Umgang, Weiterbildung und Kritikfähigkeit unabhängig von beruflicher Position sind wichtige Faktoren. Wir alle müssen ständig dazu lernen. Dazu gehört ein großes Maß an Selbstreflexion. Auch wenn’s weh tut, erkennen zu müssen, dass wir alle häufig trotz bester Absichten gesellschaftliches Miteinander reproduzieren, das diskriminiert und ausgrenzt. Allerdings kann Gleichberechtigung nicht allein durch individuelles Umdenken und Handeln erreicht werden, denn Diskriminierung ist ein strukturelles Problem. Das System ist die Stellschraube an der wir nicht nur drehen, sondern die wir bei Bedarf auch auswechseln müssen, statt uns an einzelnen Personen abzuarbeiten.

 

Sie sind auch außerhalb Ihrer Position als Gleichstellungsbeauftragte sehr engagiert. Woher kommen Ihre Kraft und Ihre Leidenschaft?

Handlungsmöglichkeiten zu nutzen setzt Energie frei. Nur rumzusitzen und sich zu beschweren, wird die Welt nicht verändern, sondern uns nur noch unzufriedener, frustrierter und unglücklicher machen. Deswegen bin ich politisch aktiv. Denn auch wenn mein Terminkalender voll ist, gibt mir mein Engagement viel Energie und Freude zurück und zeigt mir, dass, wenn wir uns engagieren, solidarisch mit anderen zusammentun und Neues austesten, statt uns unhinterfragt anzupassen und unsichtbar zu werden, Schritt für Schritt Veränderung möglich ist!
 

Seite der Gleichstellungsbeauftragten Margaux Jeanne Erdmann

 

Gleichstellungsbeauftragte
Margaux Jeanne Erdmann
Raum
14 / 115b
Telefon
+49 (0) 531 391-9137
E-Mail
m.erdmann@hbk-bs.de

 

Offene Sprech- und Beratungsstunde:
Montags 14 - 15.30 Uhr
Gerne auch nach Vereinbarung

 

Zuletzt bearbeitet von Kommunikation und Medien, Desiree Schober

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