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Karin Hutflötz: Die Verfügbarmachung der Zeit – Oder: Zum philosophischen Gehalt der Fotografie. Von Walter Benjamin zu Roland Barthes

Vortrag auf Einladung des Studiengangs KUNST.Lehramt

Kategorien
Lehramt Kunst

Veranstaltungsart
Vorträge

Ort der Veranstaltung

Datum
19.04.2018

Uhrzeit
17:30

Zu der Zeit, als es noch fraglich war, ob Fotographie überhaupt Kunst sei, nahm W. Benjamin als einer der ersten dieses neue Medium als eigene Kunstform positiv in den Blick, und stellte die Frage, ob nicht durch die Verschränkung von Kunst und Technik, beispielhaft in der Fotographie, der Gesamtcharakter und der Begriff der Kunst sich verändere. Er beantwortet diese Frage mit seinem berühmten Aufsatz „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ (1935), ein bis heute wirkmächtiger Beitrag zur Philosophie der Fotografie und Medientheorie, der die Wandlung der menschlichen Wahrnehmung und Erfahrungsformen, die mit der Entwicklung von Fotografie und Film einhergehen, philosophisch befragt und politisch verortet. Das greift Roland Barthes später auf mit seinem nicht minder bekannten Essay „Die helle Kammer. Bemerkungen zur Photographie“ (1979). Er entwickelt darin eine bis heute rezipierte Ästhetik der Gleichzeitigkeit und des Erhabenen, das neuerdings aber erfahrbar wird in Kontingenz und Einzelfall.

In dem Vortrag geht es darum zu zeigen, was es bedeutet, dass Fotografie auf Präsenz, nicht Repräsentanz zielt, weshalb es dabei um die ‚Gewissheit des Wirklichen‘ und ‚das Geheimnis der Gleichzeitigkeit‘ (Barthes) geht, und wie sich mit und dank der Fotografie der Kunstbegriff auch im Hinblick auf zeitgenössische Tendenzen weiterhin wandelt – und damit auch radikal das Verständnis von Künstler und Betrachter, von Werk und Prozess, von Subjekt und Weltverhältnis - vor allem im Hinblick auf unser Verhältnis zur Zeit.

Dr. Karin Hutflötz leitet an der Hochschule für Philosophie München den Studiengang "Persönlichkeitsbildung im interkulturellen Kontext" und ist dort Lehrbeauftragte für Philosophie und Bildung.

Zuletzt bearbeitet von Sabine Maag, Veranstaltungsmanagement

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