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Projekte

Grenzen des Fotografischen

geleitet von Katharina Sykora und unterstützt von Esther Ruelfs

Seit 2004 fördert die HBK das Forschungsprojekt „Grenzen des Fotografischen“. Die Grundthese ist, dass in Fotografien anthropologischer Grenzerfahrungen wie Tod und Leidenschaften auch die Grenzen des Fotografischen ausgetestet werden und umgekehrt. Das Augenmerk gilt daher der Reflexivität von Motiv und Medium. Sie stellt eine dritte Bedeutungsebene dar, die für die Fototheorie und -geschichte von großer Bedeutung, aber noch nicht systematisch untersucht ist. Diese Fragestellung zielt daher auf das Konzept einer ‚selbstbewussten’ Fotografie. ‚Selbstbewusst’ meint, dass die Fotografie ihre eigenen medialen Grenzen offensiv vorzeigt und dass sie gerade dadurch zugleich das Unfassbare menschlicher Grenzerfahrungen markieren kann.

 

Fotografie und Tod

Im Zentrum des Projektes von Katharina Sykora stehen Untersuchungen der unterschiedlichen fotografischen Annäherungen an das Thema Tod:

Die Tode der Fotografie

Ein erster Band mit dem Titel Die Tode der Fotografie I. Totenfotografie und ihr sozialer Gebrauch ist 2009 beim Wilhelm Fink Verlag München erschienen. Er wurde durch die Initiative „Pro Geisteswissenschaften“ der VolkswagenStiftung sowie dem Rockefeller Study Center Bellagio, Italien, und der HBK Braunschweig gefördert. Das Buch widmet sich der Fotografie als Teil alltagskultureller Bildpraxis im sozialen Umgang mit Sterben, Tod und Totengedenken. Darüber hinaus wird Fotografie aus dem medizinisch-kriminologischen Umfeld untersucht, die sich dem Leichnam nach Mustern wissenschaftlicher Beweisführung und Klassifikation nähert. Fotojournalistische Arbeiten werden unter Fragestellungen einer Schockästhetik und einer Sensation des letzten Blicks untersucht.

Bild: Peter Hendricks, aus: Sehsüchtig Sehnsüchtig

Bild: Peter Hendricks, aus: Sehsüchtig Sehnsüchtig, 1994-1998 Farbfoto, 37,5 x 30 cm

Künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Thema Tod in der Fotografie sind Gegenstand eines zweiten Bandes, der 2012/13 erscheinen soll. Hier geht es um Fototheorien, die geprägt sind vom Nachdenken über die mortifizierende und verlebendigende Fähigkeit der Fotografie, um Fragen nach dem Verhältnis von Schönheit/Hässlichkeit und Tod und um ästhetisch-ikonografische Reflexionen über das Verhältnis von Sujet, Medium und Fotograf.
Das Projekt ist in der Lehre und Forschung der HBK verankert: Im Wintersemester 2006/07 wurde ein Seminar zum Thema „Die Tode der Fotografie“ angeboten. Im November 2009 fand eine Tagung „Letzte Blicke“ an der HBK statt, gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Die Fortsetzung des Projekts ist Teil des Forschungsschwerpunktes der Kunst- und Medienwissenschaft und des geplanten fachübergreifenden Graduiertenkollegs Das fotografische Dispositiv.

 

Fotografische Leidenschaften

Cover Fotografische Leidenschaften

Als erste Publikation erschien im Januar 2007 der Sammelband „Fotografische Leidenschaften“ im Jonas Verlag. In der umfangreichen Publikation geben 22 Beiträgen Einblicke in das Thema von den Anfängen der Fotografie im 19. Jahrhundert bis heute. Die Beiträge der gleichnamigen Tagung an der HBK aus dem Jahr 2004 umfassen größere Aufsätze zu einer fotografischen Motivgeschichte der Leidenschaften nebst keinen Miniaturen zu einzelnen Problemkreisen.

 

Weitere Forschungsprojekte:

Prof. Dr. Katharina Sykora
Henri Matisse. Farbe - Figur - Raum
Ein Lehr-, Forschungs- und Ausstellungsprojekt.

Wilhelm Worringer
Ausgangspunkt für das Symposium über den Kunsthistoriker Wilhelm Worringer war das Vorhaben, den Nachlaß dieses „Kunstschriftstellers" zu erschließen und in einer Werkausgabe zu veröffentlichen. Im Archiv des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg erforschen Studierende und Doktoranden mit Hilfe von Projektstipendien das umfangreiche Konvolut an Vorlesungsmanuskripten, Notizen, Entwürfen und Briefen Worringers. Das Symposium diente dazu, den bislang unterschätzten großen Einfluß, den Worringers Kunstgeschichte besonders auch auf Künstler ausübt(e), bekannter zu machen, und seine Schriften hier nicht nur Wissenschaftlern, sondern auch Künstlern vorzustellen. Das gesamte Forschungsprojekt mit Symposium, Stipendien und Publikation wird von einer namhaften Stiftung gefördert.