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Leitbild der Hochschule

Beschlossen in der Senatssitzung am 23. Januar 2008 und in der Präsidiumssitzung am 24. Januar 2008.

Präambel

Das Leitbild soll für die Zukunft eine orientierende und motivierende Wirkung für alle Mitglieder und Angehörige entfalten. Es trägt dazu bei, Wahrnehmungs- und Entscheidungsprozesse auf gemeinsame Bezugspunkte auszurichten und bestärkt die besondere Qualität der Hochschule mit ihren vielfältigen Potentialen. Alle an der HBK vertretenen Statusgruppen wirken mit ihren Einflussmöglichkeiten an den nachfolgend skizzierten Aufgaben und Zielen mit.

Das Präsidium und der Senat der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) haben sich auf der Basis eines Beteiligungsverfahrens aller Statusgruppen der Hochschule auf das folgende Leitbild verständigt. Sie sind sich dessen bewusst, dass dieses Leitbild eine dynamische Struktur hat und fortlaufend einer Veränderung und Aktualisierung bedarf.

I. Profil und Leitziele der HBK

1. Die HBK strebt in ihrem Profil eine weitgehende Vernetzung der Studienstruktur und die wechselseitige Durchdringung von Lehre und Forschung in ihren Kernbereichen an („Braunschweiger Modell“). Die Kernbereiche umfassen die Studienprofile der Freien Kunst, der Kunstvermittlung und des Darstellenden Spiels, des Kommunikationsdesigns, des Industrial Designs und des Transportation Designs, der Kunstwissenschaft und der Medienwissenschaften. Die HBK beteiligt sich aktiv und kritisch-konstruktiv an den Diskussionen zur Umsetzung des Bologna-Prozesses in diesen Studienbereichen und stellt sich dem Wettbewerb unter den Hochschulen.

2. Die Autonomie der Hochschule basiert auf der Freiheit von Forschung und Lehre in Kunst und Wissenschaft.

3. Die HBK pflegt eine Kultur der Freiheit, der Vielfalt und des guten Umgangs miteinander. Hierfür charakteristisch ist ein lebendiger, statusübergreifender Diskurs mit unvermeidlichen Widersprüchen, die als Quelle der Bereicherung und der Weiterentwicklung des Hochschulprofils verstanden werden.

4. Die HBK erneuert sich beständig im Bewusstsein der eigenen Geschichte.

5. Leitziel der Hochschule und ihrer Lehrbereiche ist es, einen institutionellen Rahmen zur Heranbildung von kreativen und vielseitig befähigten Persönlichkeiten in den künstlerischen, gestalterischen und wissenschaftlichen Disziplinen zu schaffen und zu gewährleisten. Angestrebt ist eine kreative Kompetenz, die über die jeweilige Kerndisziplin hinausweist. Dementsprechend werden bereichsübergreifende Kooperationen in Projekten von Studium und Lehre sowie der Forschung angestrebt und gefördert, die sich in vielfachen Initiativen von Lehrenden und Studierenden realisieren. Entwicklungs- und Lernprozesse von großer Methodenvielfalt bilden die Voraussetzungen für qualitätsorientierte Lehrangebote und eine gemeinsame Arbeitsgrundlage für Forschung und Lehre an der HBK.

6. Als Kunsthochschule mit Universitätsstatus versteht die HBK das Paradigma der Kunst als gemeinsamen Bezugsrahmen aller ihrer Disziplinen, wie es im kreativen Prozess der Produktion, Analyse und Vermittlung von Werken und Formen der Bildenden Kunst, der Gestaltung sowie der Kunstwissenschaft und Medienwissenschaft zum Ausdruck kommt.

7. Forschung an der HBK reicht von der grundlegenden wissenschaftlichen Ausrichtung über anwendungsorientierte Lösungsstrategien bis hin zum reflektierten kreativen künstlerischen Schaffen. Die Hochschule betreibt Forschung in den Fächern Kunstwissenschaft und Medienwissenschaften sowie in den an ihr eingerichteten wissenschaftlichen Disziplinen Kommunikationsdesign, Industrial Design und Transportation Design. Sie erfüllt ihren Forschungsauftrag in den künstlerischen Disziplinen, indem die an ihr lehrenden Künstlerinnen und Künstler ihr eigenes künstlerisches Werk weiterentwickeln und vermitteln.

8. Die Hochschule für Bildende Künste verfolgt das Ziel, in einem ausbalancierten Verhältnis zwischen Dienstleistung und Selbstbestimmung, zwischen Grundlagenforschung und Produktentwicklung, zwischen Autonomie und Ökonomisierung Forschungsleistungen auf hohem Niveau zu gewährleisten.

9. Die Hochschule verfolgt das Ziel, die Voraussetzungen für generationenübergreifende Bildungs- und Entwicklungsangebote zu schaffen. Im Sinne einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung ist die HBK bestrebt, Angebote für die Bereiche Früh- und Hochbegabtenförderung, Erwachsenenbildung sowie berufliche Aus- und Fortbildung zu entwickeln.

10. Die HBK verfügt über eine exzellente Infrastruktur mit Werkstätten und Laboren, Seminarräumen, Hörsälen, Mediothek und Bibliothek, Hochschulgalerie und Filmstudio. Diese Einrichtungen werden auch von externem Publikum genutzt und machen die HBK zu einem attraktiven Ort der Begegnung mit aktueller Kunst, Gestaltung und Wissenschaft.

11. Zur Erreichung der Chancengleichheit verfolgt die HBK die Strategie des Gender Mainstreaming, um die Gleichstellung von Männern und Frauen bei allen hochschulpolitischen Entscheidungsprozessen zu berücksichtigen. Konzept, Umsetzung und Evaluation dieses Gleichstellungsansatzes werden durch das Wissenschafts- und Qualitätsmanagement der HBK zentral begleitet.
 

II. Die Mitglieder der Hochschule

12. Lehrende, Studierende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule betrachten ihre Institution als ein Zukunftslabor und ein Feld für die Partizipation an aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen bzw. gesellschaftspolitischen Themen und handeln danach. Sie pflegen eine Kultur des gegenseitigen Respekts und des guten Umgangs miteinander. Sie beteiligen sich aktiv an der Selbstverwaltung der Hochschule.

13. Die HBK begreift sich als „lernender Organismus“. Alle Hochschulmitglieder sehen sich dem Prinzip des lebenslangen Lernens verpflichtet und messen der Einbeziehung von Erfahrungswissen großen Stellenwert bei.

14. Die Lehrenden an der HBK zeichnen sich durch hohe künstlerische, gestalterische und wissenschaftliche Kompetenzen, Reputation und Aktualität aus. Sie verfügen über fachspezifische Fähigkeiten in der Vermittlung ihrer Qualifikationen und setzen diese praktisch um. Sie fördern die Studierenden in ihrer fachlichen, sozialen und persönlichen Entwicklung individuell und orientiert an den jeweiligen Studienzielen.

15. Die Lehrenden sind für ihre Studierenden Vorbilder, indem ihre Projekte und Lehrinhalte

  • auf künstlerischer und wissenschaftlicher Kreativität fußen,
  • auf neue Erkenntnisse, Methoden und Darstellungsformen zielen,
  • auf Analyse und kritischer Diskussion der angewandten Methoden und Ergebnisse gründen und
  • die historischen und gesellschaftlichen Entwicklungen reflektieren.

16. Die künstlerischen und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten mit ihrem an den Zielsetzungen der Hochschule ausgerichteten Engagement einen wichtigen Beitrag. Ihre wissenschaftliche, gestalterische und künstlerische Befähigung sowie ihre Fach- und Methodenkompetenz setzen sie zur Weiterentwicklung von Forschung und Lehre in allen Bereichen der Hochschule ein.

17. Die Hochschule unterstützt die künstlerischen und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei deren selbstständiger und kritischer Beteiligung am künstlerischen und wissenschaftlichen Diskurs und strebt dementsprechend eine Erhöhung der Mitarbeiterzahlen an.

18. Die Studierenden entwickeln im Laufe ihres Studiums Eigeninitiativen, um die studienbezogenen Ziele im Zusammenwirken mit den Lehrenden und anderen Studierenden als einen Prozess selbstgestalteten Lernens und eigenverantwortlicher Persönlichkeitsentwicklung zu erfahren.

19 Aufgrund der Vielfältigkeit der Studienmöglichkeiten ist jeder Studierende in der Verantwortung, sein Studium zu organisieren und zu strukturieren und individuelle Schwerpunkte zu setzen.

20. Die Studierenden beteiligen sich in kritisch-konstruktiver Weise an den hochschulinternen Diskursen und wirken aktiv an der Gestaltung der Studienbedingungen und der Hochschulentwicklung sowie der Verteilung der Studienbeiträge mit. Neben der Aktivität in der hochschulinternen Selbstverwaltung wird auch außeruniversitäres politisches, soziales und kulturelles Engagement als ergänzender Bestandteil der Persönlichkeitsbildung wertgeschätzt.

21. Die Studierenden tragen bewusst zur familiären Atmosphäre an der HBK bei.

22. Der Präsident leitet die Hochschule. Er sieht sich als Impuls gebende und vermittelnde Instanz zwischen den hochschulinternen und externen Diskursen und pflegt durch seinen kooperativen Arbeitsstil die offene und kommunikative Atmosphäre der Hochschule. Durch seine Führungskultur fördert der Präsident das Konsensprinzip, d.h., er stellt die Beteiligung aller Hochschulangehörigen und den der demokratisch verfassten Gremien an wichtigen und zukunftsweisenden Entscheidungsprozessen und -strukturen sicher und setzt sich für Transparenz ein.

23. Das Präsidium koordiniert und steuert alle Bereiche der HBK. Es unterstützt die Mitglieder und Angehörigen der Hochschule durch adäquate Bereitstellung von Ressourcen, Sicherstellung einer nachhaltigen und aufgabenorientierten Finanzausstattung sowie durch erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Es bedient sich zeitgemäßer Steuerungsinstrumente wie z.B. des Wissenschafts- und Qualitätsmanagements.

24. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bibliothek, der Verwaltung sowie in den Werkstätten und Laboren

  • arbeiten in ihren internen Aufgabenbereichen konstruktiv, qualifiziert und partnerschaftlich mit den übrigen Mitgliedern der Hochschule und Externen zusammen;
  • sie unterstützen Lehre und Forschung kompetent in allen Geschäftsprozessen durch Dienstleistungen und Beratung und handeln dabei leistungsbereit, engagiert und effektiv mit größtmöglicher Transparenz;
  • sie sind sich ihrer Rolle und Verantwortung im Hinblick auf die Erreichung der Ziele der Hochschule bewusst und lösen auftretende Probleme in Zusammenarbeit mit den übrigen Mitgliedern der Hochschule flexibel und kreativ;
  • sie nehmen die Anliegen der Studierenden und Lehrenden ernst und begegnen ihnen mit Verständnis, Freundlichkeit und Offenheit;
  • sie werden in ihrem Handeln durch die Hochschulleitung und die übrigen Mitglieder der Hochschule bei der Sicherung der Qualität ihrer Arbeit unterstützt.

III. Die HBK im gesellschaftlichen Kontext

25. Die Hochschule und ihre Mitglieder beteiligen sich aktiv am gesellschaftlichen und politischen Diskurs und üben ihre Einflussmöglichkeiten aus.

26. Die HBK pflegt intensiven Austausch und Kooperationsbeziehungen mit Einrichtungen der Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft in Stadt und Region. Sie vermittelt ihre Forschungsergebnisse in vielfältigen Forschungsnetzwerken und in der Öffentlichkeit und bringt sich mit eigenen Veranstaltungsangeboten aktiv in das Kulturangebot der Stadt und des Landes Niedersachsen ein.

27. Die Hochschule unterstützt die Studierenden beim Übergang vom Studium in das Berufsleben und fördert individuell und fachspezifisch den wissenschaftlichen Nachwuchs. Sie sorgt für gute individuelle studienbegleitende Beratungsangebote. Die HBK entwickelt und pflegt Partnerschaften mit potentiellen Arbeit- und Auftraggebern und deren Verbänden.

28. Das Netzwerk der HBK wird durch den Kreis ihrer Alumni erweitert, die in gegenseitigem Interesse den lebendigen Austausch zwischen Studierenden und Etablierten berufsfeldbezogen fördern.

29. Lehrende und Studierende geben mit Unterstützung der Hochschulleitung Impulse für die Weiterentwicklung und Profilierung der HBK als Ort der Internationalität.

30. Die Hochschule knüpft neue und pflegt vorhandene nationale und internationale Netzwerke mit bedeutenden Institutionen und Persönlichkeiten in Kunst, Design und Wissenschaft.

31. Die Mobilität der Lehrenden und Studierenden wird gefördert durch Beteiligung an nationalen und internationalen Projekten und Austauschprogrammen.

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