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Braunschweig PROJECTS: Abschlusspräsentation der Stipendiaten 2017-2018

Am Dienstag, den 16. Oktober 2018 um 19 Uhr eröffnet die Abschlusspräsentation der Stipendiaten des Künstlerförderprogramms Braunschweig PROJECTS des Landes Niedersachsen an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.

In ihrer Abschlusspräsentation „Nothing Always Body“ zeigen vom 17. Oktober bis 16. November 2018 die Braunschweig PROJECTS-Stipendiaten des Jahrgangs 2017/18 ihre aktuellen Werke in der Montagehalle und der Galerie der HBK Braunschweig.

Zu den acht internationalen Künstler*innen gehören Flaviu Cacoveanu (Rumänien), Ira Konyukhova (Russland), Grit Hachmeister (Deutschland), Levent Kunt (Deutschland), Imrich Veber (Tschechien), Michal Cáb (Tschechien), Heiko Wommelsdorf (Deutschland) und Mitchell Herrmann (USA).

Über zwei Ausstellungshallen auf insgesamt rund 600qm verteilt, erstrecken sich ungewöhnliche Arbeiten aus den Bereichen Bildender Kunst sowie Klangkunst, die die Partizipation des Betrachters auf unterschiedlichste Weise erwecken: Begonnen bei Malerei, Zeichnung, Buch und Fotografie sieht sich der Besucher ebenso digitalen Medien wie Video, Animation oder einer neuen Version eines Multichannel-Audiosystems gegenübergestellt. Die Hängung aus 136 Thermohygrograph-Grafiken dürfte dabei das Auge ebenso beeindrucken, wie die verschiedenen akustischen Installationen das Gehör herausfordern.

Das Künstlerförderprogramm Braunschweig Projects des Landes Niedersachsen wird 2018 mit 171.000 Euro vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur unterstützt. Durch diese Finanzausstattung war es möglich, acht Stipendien zu vergeben und u.a. auch eine Ausstellung von Werken der Stipendiatinnen und Stipendiaten zu ermöglichen.

Im vergangenen Jahr wurde die Künstlerförderung des Landes Niedersachsen an der HBK Braunschweig zum siebten Mal ausgeschrieben. Wie in jedem Jahr wurden anschließend fünf Stipendiaten für den Bereich Bildende Kunst und drei Stipendiaten für den Bereich Klangkunst ausgewählt.

Ausstellungsdauer 17.10. - 16.11.2018
Ort Montagehalle (Broitzemer Str. 223), HBK-Galerie (Johannes-Selenka-Platz 1), 38118 Braunschweig
Öffnungszeiten Mo bis Fr 13 - 18 Uhr
Eröffnung 16.10.2018, 19 Uhr, Montagehalle
Begrüßung Prof. Thomas Rentmeister, Vizepräsident Internationales und regionale Vernetzung der HBK Braunschweig und Veronika Olbrich, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Pressebilder zur freien Verwendung bei Nennung der vollständigen Bildangaben


vergrößern Flaviu Cacoveanu, “Sad A, Happy A”, 2018, 2 neons, electrical wires, 30 x 60 cm each



vergrößern Ira Konyukhova, Hybrid II, 2018, object, various media, Foto Thomas Dawidowsky



vergrößern Grit Hachmeister, Hard Softies I-III, 2018 I (rosa) Keramik, Plüsch, Holz, Metall, ca. 45 x 50 x 65 cm II (gelb) Keramik, Stoff, Holz, Metall, ca. 35 x 45 x 75 cm III (hellblau) Pappmaché, Lack, Pigment, Holz, Metall, 25 x 25 x 135 cm



vergrößern Levent Kunt, Le Spectacle in Paris, 2009



vergrößern Imrich Veber, Something Is Missing. Košice, Slovakia, 2016



vergrößern Michal Cáb, Playing Knobutton / minimal random synth



vergrößern Mitchell Herrmann, Nicosia (2017), Interactive Sound Installation



vergrößern Heiko Wommelsdorf, "Raum", Foto Galerie Mitte, KUBO, Bremen,


 

Informationen zu den ausstellenden Stipendiaten 2017/18

Die fünf Stipendiaten aus dem Bereich der Bildenden Kunst:

Flaviu Cacoveanu, *1989, Rumänien
Die einjährige Forschung des Künstlers im Rahmen der Braunschweig PROJECTS konzentriert sich auf Sprache im weiteren Sinne. Die Arbeit Body and Language bezieht sich auf eine Mischung von Sprachstudien und performativen Handlungen, auf Interaktionen mit der eigenen Umgebung und der Verwendung von Sprache, um diese Interaktionen zu beschreiben oder auszulösen. Es ist eine Mischung aus Phonetik und Grammatik; es ist eine Kombination aus gemischten Medien und gemischten Gefühlen. Als Con & Temporary Artist hat Cacoveanus Arbeit viel mit Experimentieren zu tun und versucht, die Grenzen bestimmter Kunstmedien und konventioneller Kunstbegriffe zu erweitern.

Ira Konyukhova, *1984, Russland
Ira Konyukhova ist eine Künstlerin und Kuratorin, die in ihren Arbeiten und Texten die Grenze zwischen neuen Technologien und Menschlichkeit/ Körperlichkeit, sowie die politische Dimension der
Alltags-Kybernetik untersucht. Während der Zeit des BS PROJCTS-Stipendiums entstanden einige Objekte sowie eine zweikanalige Videoarbeit, die sie mit einer Drohne gedreht hat. Die Videos reproduzieren die Atmosphäre des Misstrauens und reziproker Abhängigkeit zwischen einer Maschine und einem Menschen. Außerdem untersucht sie zeitgenössische Pop-Phänomene, die sie als aufrichtigsten Ausdruck der politischen, ästhetischen und Gender-Ökonomie der Gegenwart versteht. Für ihre neueste Videoarbeit, die sie auf iPads zeigt, greift sie den Mythos der weiblichen Auferstehung und Selbstüberwindung auf, der u. a. in Songs von Lana Del Ray Ausdruck findet.

Grit Hachmeister, *1979, Deutschland
In der raumgreifenden Installation Becoming Harry / Muckibude begegnen sich zwei Arbeiten, die parallel während Hachmeisters Aufenthalts in Braunschweig entstanden sind: Becoming Harry ist eine lose Sammlung von Zeichnungen, Malereien und Fotografien, die sich mit der persönlichen Suche nach Identität und Transformation auseinandersetzen. In der verspiegelten Muckibude treffen Kugelhanteln in rosa auf bohnenförmige Leichtgewichte und scheinbar angriffslustige Fäuste, die sich beim näheren Hinsehen als Angstgesten entpuppen. Beiden Arbeiten gemein ist die Beschäftigung mit Körpern, die im Umbruch sind und sich einer Zuschreibung entziehen.

Levent Kunt, *1978, Deutschland
Die Auseinandersetzung mit Braunschweig und dem hier lebenden Künstler Walter Dexel führte Levent Kunt erstmalig zum Medium der (Konkreten) Malerei, die im Nationalsozialismus als entartet herabgestuft wurde. In seiner Arbeit Ensemble I & II sucht Kunt in ehemaligen Bunkern und Siedlungen nach Strukturen und farbigen Flächen, die er in die formale, symbolfreie Leichtigkeit seiner Malereien überträgt. Die multimediale Arbeit Gordischer Knoten greift die Versuchsanordnung des gleichnamigen Spiels auf und beschäftigt sich mit der Limitation eines vorgegebenen Ablaufs und eines strengen, formalen Konstrukts. Dabei arbeitetet Kunt deren mögliche Sprengung heraus, die durch die widerständige Einzigartigkeit der Variation möglich ist: Nur durch die wiederholte Kommunikation aller Mitspielenden kann der Knoten in unterschiedlich viele Kreise aufgelöst werden.

Imrich Veber, *1987, Tschechien
Imrich Veber beschäftigt sich mit weltweiten, gegenwärtigen Problem- und Fragestellungen, indem er sich verschiedenster Disziplinen bedient. Meistens greift er jedoch auf Fotografie oder andere Formen dokumentarischer Sprache zurück, um aktuellen Fragestellungen Ausdruck zu verleihen. Das Hauptaugenmerk seiner Arbeit in Braunschweig liegt auf dokumentarischen wie konzeptuellen Denkweisen, die insbesondere allgemeingültige gesellschaftsrelevante Themen aufzeigen und in den Vordergrund rücken.

Die drei Stipendiaten aus dem Bereich der Klangkunst:

Michal Cáb, *1980, Tschechien
Die künstlerische Tätigkeit des Ton- und Multimediakünstlers aus Prag konzentriert sich auf die Mittel der Geräuschimprovisation, der Programmierung und der Konstruktion spezifischer audiovisueller Instrumente, wobei er auch Open-Source-Technologien einsetzt und lehrt. Gelegentlich arbeitet er mit anderen Künstlern zusammen, die in den Medien Theater und bildende Kunst arbeiten. Michal Cáb ist Teil der Livecoding-Band k-o-l-e-k-t-i-v.github.io.

Mitchell Herrmann, *1993, USA
Der Künstler untersucht in seiner Arbeit zeitgenössische Erfahrungen der Räumlichkeit, insbesondere in Bezug auf die Geschichte der Globalisierung und das Auftreten von weit verbreiteten räumlichen Konflikten in der westlichen Welt. Der Ton spielt eine wichtige Rolle in seiner Praxis; der Klang ist irreduzibel räumlich und enthält die Implikation realer und konstruierter Orte. Seine Arbeitsweise basiert auf unterschiedlichen Quellen und Einflüssen, die von dokumentarischen Videos und Archivbildern bis hin zu klanglichen Abstraktionen der Musique Concrète reichen können. Er versteht seine Arbeit als offene Untersuchung der sich wandelnden Räume des gegenwärtigen wie vergangenen menschlichen Lebens.


Heiko Wommelsdorf, *1982, Deutschland
Die Installationen des Künstlers sind extrem materialreduziert und fügen der reinen Akustik visuelle Komponenten hinzu. Die Rezeption seiner Komposition erfolgt über das Sehen, Begehen wie Hören gleichermaßen. Er konzentriert sich dabei auf Klangphänomene aus dem Alltag. Während des Stipendiums hat er sich intensiv mit Thermohygrographen als Dokumentationsapparate beschäftigt, die nicht nur Bestandteil von Wetterstationen sind, sondern auch im Musemskontext zum Messen und Aufzeichnen von Lufttemperatur und -feuchtigkeit zum Einsatz kommen.

 

Über das Künstlerförderprogramm Braunschweig PROJECTS

Das Stipendienprogramm Braunschweig PROJECTS ist Teil der Künstlerförderung des Landes Niedersachsen. Seit 2011 wird es an der HBK Braunschweig durchgeführt. Insgesamt acht internationale Künstler aus der Klangkunst und der Bildenden Kunst werden jährlich durch die Stipendien unterstützt. Die Stipendien umfassen eine monatliche Förderung, einen projektabhängigen Zuschuss für Sach- und Reisekosten sowie Wohnung und Atelier in Braunschweig.

Den Stipendiaten stehen Professorinnen und Professoren der HBK Braunschweig als Mentoren zur Seite. Das Programm ermöglicht über die Erarbeitung einer Ausstellung hinaus eine weite Vernetzung mit Institutionen aus Niedersachsen und Partnern in Europa und Amerika.

Zuletzt bearbeitet von Kommunikation und Medien, Brigitte Kosch