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Martin Krenn wird Professor am Institut FREIE KUNST

Zum Wintersemester 2020/21 wurde Martin Krenn vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur zum Professor berufen. Der Künstler besetzt fortan die Professur „Freie Kunst mit dem Schwerpunkt Kunstvermittlung" am Institut FREIE KUNST.

Martin Krenn, geboren 1970, studierte von 1991 bis 1997 Malerei an der Universität für angewandte Kunst Wien sowie von 1992 bis 1996 elektronische Musik an der Universität für darstellende Kunst Wien. Krenn promovierte 2016 an der Ulster University in Belfast zu „The Political Space in Social Art Practices“ und wurde 2017 an der Universität für angewandte Kunst Wien für das Fach „Kunst und kommunikative Praxis“ habilitiert. Neben seiner internationalen Ausstellungstätigkeit unterrichtete er an verschiedenen europäischen Universitäten. Er ist Herausgeber diverser Kunstpublikationen und Autor zahlreicher Texte zu sozialer Kunst und Kunstvermittlung. Publikationen sind unter anderem im K. Verlag unter dem Titel „Restaging the Object" A Participatory Exploration of Long Kesh/ Maze Prison von Martin Krenn und Aisling O`Beirn unter der ISBN 978-3-9818635-6-7 erschienen.

Freigegebenes Pressebild


Prof. Martin Krenn, Foto Pamela Draxler



vergrößern Publikation "Restaging the Object" A Participatory Exploration of Long Kesh/ Maze Prison von Martin Krenn und Aisling O`Beirn unter der ISBN 978-3-9818635-6-7im K. Verlag erschienen


Drei Fragen an Prof. Martin Krenn:

Was steht im Mittelpunkt ihrer Arbeit?

Ich verschränke in meiner Praxis Kunst mit sozialem und gesellschaftspolitischem Engagement. Meine Projekte, Fotoarbeiten und Installationen im öffentlichen Raum widmen sich schwerpunktmäßig der Rassismuskritik, sowie der Erinnerungs- und Gedenkarbeit.

Was können die Studierenden thematisch in ihrem Studium von Ihnen erwarten?

Das Studium der Kunstvermittlung befähigt dazu, differenzierte und neuartige Vermittlungsmethoden zu entwickeln und zu reflektieren. „Dialogische Kunst“, ein Begriff der jüngeren Kunstgeschichte, in welchem künstlerische Praxis und Vermittlung ineinander fallen, bildet hierfür eine der Grundlagen. Dialogische Kunst geht von der ästhetischen Erfahrung des Alltags aus und interveniert konkret in soziale Verhältnisse. In diesem Sinne werden im Laufe des Studiums künstlerische Vermittlungsprojekte zu sozialen und politischen Themen konzipiert und umgesetzt. Dabei wird auch der Austausch und die Zusammenarbeit mit und die Partizipation von benachteiligten Gruppen (z.B. jugendliche Asylsuchende, pflegebedürftige Menschen oder von Wohnungslosigkeit betroffene Menschen) angestrebt.

An welchen aktuellen Themen arbeiten Sie, beschreiben Sie eines Ihrer Projekte?

Mit Aisling O’Beirn von der Ulster University in Belfast realisierte ich das Projekt “Transforming Long Kesh/Maze Prison”, das sich mit dem kulturellen Erbe Nordirlands auseinandersetzt. Das Projekt erforscht die Möglichkeiten des Gedenkens und der Friedensstiftung im Nordirlandkonflikt. Im Zentrum steht das im Jahr 2000 geschlossene und seitdem leerstehende Gefängnis Long Kesh/Maze, in welchem 1981 der “Irische Hungerstreik” stattfand, bei dem zehn politische Gefangene (Mitglieder der IRA oder INLA) starben. Anhand von Artefakten des Gefängnisses und der dort entstandenen prison art, erarbeiteten wir mit ehemaligen Gefangenen und Teilen des früheren Gefängnispersonals im Zeitraum von 3 Jahren eine Foto-Text-Serie. Einen weiteren Teil des Projektes bilden neu hergestellte Objekte, die von der 50+ Group, einer Gruppe von Frauen, die regelmäßig die Insassen von Long Kesh/Maze besuchten, hergestellt wurden. Die Artefakte und Objekte bieten Einblicke in den Gefängnisalltag von politischen Gefangenen sowohl aus republikanischer als auch loyalistischer Perspektive. Ziel des Projektes ist es einen Beitrag zum komplexen Friedensprozess Nordirlands zu leisten, welcher im Jahre 1988 durch das “Good Friday Agreement” in Gang gesetzt worden ist und bis heute nicht abgeschlossen ist. Das Projekt entstand im Rahmen des EU-Projekt TRACES - Transmitting Contentious Cultural Heritages with the Arts, welches durch das transnationale Programm für Forschung und Innovation Horizon 2020 gefördert wurde.

 

Zuletzt bearbeitet von Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und Medien, Brigitte Kosch