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Christine Heil zur Professorin für Kunstdidaktik und Bildungswissenschaften berufen

Zum Wintersemester 2020/21 wurde Christine Heil vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur zur Professorin berufen. Die Kunstpädagogin besetzt fortan die Professur „Kunstdidaktik und Bildungswissenschaften".

Christine Heil, geboren 1965 in Hessen, studierte Bildende Kunst an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und Mathematik und Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg. Mit dem zweiten Staatsexamen wurde sie Lehrerin für Kunst und Mathematik an einem Gymnasium in Hamburg. Ihre ersten Forschungen zur „kartierenden Auseinandersetzung mit aktueller Kunst“ hat sie an den Universitäten in Flensburg und Bremen als wissenschaftliche Mitarbeiterin begonnen und wurde an der Universität Bremen zum Dr. phil. promoviert. An der Universität Flensburg wurde sie später Akademische Rätin. Ihre erste Professur für Kunstdidaktik hatte sie an der Kunsthochschule Mainz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz inne. 2013 wurde sie Professorin für Kunstpädagogik und Didaktik der Kunst an der Universität Duisburg-Essen. Hier war sie seit 2018 zudem Gleichstellungsbeauftragte der Universität.

Freigegebenes Pressebild


Prof. Dr. Christine Heil, Foto HBK, Valentin Wedde


 Drei Fragen an Prof. Dr. Christine Heil:

Was steht im Mittelpunkt ihrer Arbeit?

Die Personen, mit denen ich jeweils zu tun habe, stehen im Mittelpunkt meiner Arbeit – Personen, mit denen ich mich über künstlerisches Arbeiten oder die Begegnung mit Kunst auseinandersetze sowie zukünftige Lehrpersonen, die andere in solchen Prozessen begleiten wollen. Kunstpädagogin zu sein, ist keine rein intellektuelle Aufgabe – es geht um Menschen mit ihrer Wahrnehmungsbiografie und ihrem Eigensinn, geteilten Humor und auch um Widerstände.
Auch in Bezug auf Kunst- und Bildungsinstitutionen – wie Schulen, Hochschulen und Museen oder Kunstvereine – interessiert mich, wie Personen Institutionen für ihre Anliegen nutzen und dafür auch verändern können.

Was können die Studierenden thematisch in ihrem Studium von Ihnen erwarten und wo können sie mehr über Sie erfahren?

Mein Wunsch ist, dass Studierenden einer Kunsthochschule, die Lehrer*innen werden wollen, die Übersetzung gelingt, von der eigenen künstlerischen Erfahrung und Haltung in die Arbeit mit anderen und an der Institution Schule. Meine Rolle als Professorin für Kunstdidaktik und Bildungswissenschaften sehe ich vor allem darin, die Suche nach solchen kunstpädagogischen Haltungen zu begleiten und anzustoßen. Dafür provoziere ich individuell neue und kritische Horizonte aufzumachen und bin umgekehrt neugierig auf die Sichtweisen, Erfahrungshintergründe und Fragen der Studierenden. Es geht darum, gemeinsam unhinterfragte Formen von Unterricht – und von Seminaren – als Gepflogenheiten zu enttarnen und an Experimenten und Entwürfen für kunstpädagogische Praxisprozesse zu arbeiten. Dazu kann auch die Frage gehören, was lässt sich im Kunstunterricht überhaupt beobachten und dokumentieren und was nicht – zumindest nicht auf den ersten Blick?
Ich gebe gerne mit Akteur*innen und Studierenden Dokumentationen von gemeinsamen Projekten heraus, wie in dieser Veröffentlichung einer Open Space-Tagung:
Christine Heil, Sabine Sutter (Hg.): How to open space? Ästhetische Forschung in kollektiven Denkräumen. Kunstpädagogische Hefte Nr. 2. Norderstedt: BoD, 2019.
Neben vielen eigenen Publikationen (siehe udue.de/heil) bin ich Mitherausgeberin der Online-„Zeitschrift Kunst Medien Bildung“.

An meiner letzten Hochschule hatten wir einen „Kunstpädagogischen Salon“ eingerichtet, der ein Forum für aktuelle Fragen und Inhalte an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis bot. Ein vergleichbares Forum mit neuem Titel und neuem Konzept würde ich gerne auch hier mit Kolleg*innen und Studierenden neu aufbauen (https://kunstpaedagogischersalon.net/).

An welchen weiteren aktuellen Themen haben Sie gearbeitet oder arbeiten Sie gerade?

Meine langjährigen Erfahrungen aus Schulentwicklungsprogrammen wie „Kultur.Forscher!“ und „Kulturagenten für kreative Schulen“ möchte ich weiterverfolgen und etwas Vergleichbares in Braunschweig gründen. Diese Programme basieren auf der institutionellen Vernetzung von Schule und Museen/ Kulturpartnern/ städtischen Initiativen/ soziokulturellen Einrichtungen. Künstlerisch-edukative und ästhetisch-forschende Projektformen an Schulen machen erfahrbar, dass Unterricht nicht nur innerhalb eines Klassenzimmers stattfindet, sondern dass Lerninhalte realer Erfahrungsgegenstände bedürfen und zugleich eingebunden sind in institutionelle und gesellschaftliche Zusammenhänge. Dazu gehört auch, Fragen nach Diversität in Bildungsinstitutionen und der Realisierung von Inklusion neu stellen zu können. Für Studierende der HBK können solche Kooperationsprojekte einen experimentellen Erprobungskontext im Zwischenraum von künstlerischer und edukativer Professionalisierung bieten.

Zuletzt bearbeitet von Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und Medien, Brigitte Kosch