Klasse Hiwa K

Zur Person
Hiwa K ist ein international tätiger Künstler, der mit Skulptur und skulpturalen Elementen
in Verbindung mit Film, Performance und Musik arbeitet. Seine Arbeiten beschäftigen sich
mit Fragen von Erinnerung, Materialität und informellen Wissensformen und entstehen
häufig aus persönlichen Erfahrungen, die sich mit politischen und gesellschaftlichen
Prozessen verweben.
Er war unter anderem Teilnehmer der documenta 14 und der Biennale di Venezia (2015)
und wurde mit dem Arnold-Bode-Preis ausgezeichnet. Seine Arbeiten wurden international
in Ausstellungen und Institutionen gezeigt.
Seit April 2026 ist er Professor für Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste
Braunschweig.
Bildhauerei in der Klasse Hiwa K
Meine Lehre entwickelt sich aus der künstlerischen Praxis und entsteht im Austausch mit
den Studierenden. Ich verstehe die Klasse als einen gemeinsamen Denk- und Arbeitsraum,
in dem unterschiedliche Erfahrungen, Hintergründe und Perspektiven aufeinandertreffen.
Mich interessiert nicht die Vermittlung eines festen Wissens, sondern die Begleitung
individueller Prozesse. Gespräche, die gemeinsame Betrachtung von Arbeiten und
kollektive Diskussionen stehen dabei im Zentrum. Skulptur verstehe ich nicht nur als
Objekt, sondern als eine Form des Denkens, die sich im Raum, im Körper und im Material
entfaltet.
Ein zentrales Bild meiner Lehre ist der Kompost. Kompost entsteht aus dem, was oft als
Rest, als marginal oder als nicht relevant betrachtet wird. Unterschiedliche Materialien,
Stimmen und Erfahrungen – auch solche, die an den Rändern stehen – kommen zusammen
und beginnen, sich gegenseitig zu verändern. In diesem Prozess wirken unterschiedliche
„Organismen“ zusammen: Menschen, Materialien, Geschichten und Wissen.
Kompost ist kein sauberer oder linearer Prozess. Er ist langsam, widersprüchlich und
transformativ. Gerade in dieser Vielstimmigkeit entstehen neue Formen des Denkens und
neue künstlerische Formen. Für mich bedeutet Lehre, einen Raum zu öffnen, in dem solche
Prozesse möglich werden, in dem auch marginalisierte Perspektiven einbezogen werden
und sich mit anderen Erfahrungen verweben.
Die Lehre findet in unterschiedlichen Formaten statt, darunter gemeinsames Plenum,
Einzelgespräche sowie projektbasierte Workshops. Die Struktur entwickelt sich im Dialog
mit den Studierenden und bleibt bewusst flexibel. Exkursionen und gemeinsame Besuche
von Ausstellungen können Teil der Lehre sein.
Die Struktur der Lehre möchte ich nicht vorgeben, sondern gemeinsam mit den
Studierenden entwickeln. Mir ist wichtig, dass ein offener Raum entsteht, in dem
Unsicherheiten, Fragen und Experimente möglich sind.